Fraser Island

31.10.2016
Willkommen im Welt-Naturerbe. Die größte Sandinsel der Welt mit spektakulärer Landschaft ist ein einzigartiges Erlebnis und hinterlässt bleibende Eindrücke. Ungefähr so liest sich die Beschreibung der Tour, die wir für die nächsten zwei Tage gebucht haben. Die Fraser-Island-Discovery.

Auch wenn wir noch nicht ganz an die australischen Verhältnisse angepasst sind, hatten wir keinerlei Problem damit, um 5:00 Uhr in der Früh aufzustehen. Die geführte Tour nach Fraser startete bereits um 6:20 Uhr ab Noosa. Bei solchen Touren weiß man ja nie so genau was einen erwartet. Nur den Bus hatten wir in den Tagen zuvor schon einmal gesichtet.

Die Beschreibung „Bus“ wird der Sache allerdings nicht ganz gerecht. Sein technischer Name: „Warrior“. In unserem Fall mit dem liebevollen Kosenamen „Junior“. Natürlich ist es – laut Tour-Veranstalter – das „world best car“. Die von uns gebuchte Tour ist – selbstverständlich – the best experience, das man auf Fraser Island haben kann. Der Australier an sich neigt offenbar kaum zu Übertreibungen.

Letztlich waren wir ein bunt zusammengewürfelter Haufen von 14 Leuten. Im geschätzten von Alter von 20 bis 58. Und natürlich waren außer uns noch andere Deutsche mit an Board. Dazu Belgierinnen, Holländer, eine Engländerin und wenn ich das richtig verstanden habe, sogar drei waschechte Australier. Und natürlich unser Guide und Fahrer – Keith.

Mit dem hatten wir richtig Glück. Denn er macht den Job eigentlich gar nicht mehr, ist aber aus Personalmangel noch einmal kurzfristig eingesprungen. Und freute sich jetzt wie ein Honigkuchen-Pferd auf „zwei Tage bezahlten Urlaub“. Seit seiner Kindheit war er quasi auf der Insel zu Hause und hat fast 20 Jahre als Guide gearbeitet. Bis er dann sein Hobby zum Beruf gemacht hat und jetzt hauptberuflich als Fotograf unterwegs ist.

Die Fähre nach Fraser Island legt etwa eine Stunde nördlich von Noosa ab. Sieht auf der Karte gar nicht so weit aus, aber kurze Entfernungen gibt es in Australien nicht. Auf dem Weg zur Fähre lag dann auch direkt die erste „Attraktion“ unserer Tour: Dolphin-Watching. Und zwar nicht so, wie man sich das vielleicht vorstellt, mit Fernglas am Strand, sondern quasi mit direktem Körperkontakt.

Man fährt dazu in den Hafen von Rainbow Beach (so heißt der Ort tatsächlich) und kann dort dann Flipper und seine Freunde aus nächster Nähe beobachten. Die Viecher kommen bis an den Strand geschwommen und fressen zahlungswilligen Touristen buchstäblich aus der Hand. Natürlich hatte Keith eine ganz rührende und süße Geschichte parat, warum die das machen. Trotzdem wirkte das alles sehr gestellt und machte auf uns einen etwas merkwürdigen Eindruck.

Bevor wir dann mit der Fähre auf die Insel übergesetzt sind, wurde noch ordentlich Luft aus Juniors Reifen gelassen. Für eine bessere Traktion im Sand. Es gibt zwar Straßen auf Fraser Island. Das sind allerdings allesamt Sandpisten. Ohne Allrad-Antrieb und ordentlich Bodenfreiheit braucht man es da gar nicht erst versuchen. Auf den puckligen und ausgefahrenen Pisten wurden wir dann auch ordentlich durchgeschüttelt. Eine interessante Mischung aus Achterbahn und Wellenreiten.

Am Strand angekommen gab es zunächst Coffee, Tea and Biscuits. Das hatte etwas sehr britisches. Mit einem Kaffee – wenn auch Instant – am Strand entlang spazieren, der Sonne entgegen, das hat schon was. Über sehr abgefahrene, höchstens straßenähnliche Pisten ging es dann weiter zum nächsten Ziel. Lake McKenzie. Ein See inmitten einer Sandinsel. Wie das geomorphologisch funktioniert hat Keith erklärt, ich habe aber keinen blassen Schimmer mehr. Auf jeden Fall ziemlich einzigartig die Sache.

Viel wichtiger ist aber auch eh wie schön es dort ist. Der See liegt in einer Senke, ist umgeben von Wald und glasklar. Also wirklich glasklar. Ich habe noch nie so unglaublich klares Wasser gesehen. Nix wie rein in die Badesachen und ab in den See. Während wir Anjas neue Unterwasserkamera ausprobiert haben, schwamm sogar eine kleine Schildkröte in der Nähe vorbei. Bezaubernd. Dieser See ist einfach ganz wunderbar – ich hätte ewig bleiben können.

Aber es gibt auf Fraser Island noch mehr zu entdecken. Zum Beispiel Regenwald. Auf einer Sandinsel. Auch das: Völlig verrückt. Wir sind durch ein Tal gewandert, in dem ein kleiner Bach fließt. Und ich dachte erst, der wäre ganz schön trüb und matschig. Dabei ist das Wasser auch hier glasklar. Und der vemeintliche Modder war bloß der Sand am Grund des Bachs.

Nach dem Spaziergang waren wir zeitlich etwas spät dran, so dass wir auf relativ direktem Weg zu unserer Unterkunft gefahren sind. Und ich hatte das Vergnügen, direkt vorne im Führerhäusschen zu sitzen. So sind wir dann erst über bucklige Trails geeiert, um später mit 80 Km/h über den Strand zu brettern. Kann man mal machen. Allerdings geht das auf Dauer auch ganz schön auf den Rücken. Was übrigens auch der Hauptgrund war, warum Keith seinen Job als Guide an den Nagel gehängt hat.

Den Abend haben wir dann in der Gruppe bei Steak und endlich mal leckerem, nicht gechlortem Leitungswasser ausklingen lassen. Und sind wie mittlerweile üblich früh ins Bett gefallen.

Original-Beitrag vom 31.10.2016 mit Kommentaren:
http://www.pal.koeln/pal-down-under/fraser-island/

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