Summer in the City

10.11.2016
Nachdem wir in den letzten beiden Tagen ein bisschen Pech mit dem Wetter hatten, kam der australische Frühling jetzt doch noch einmal zurück. Mit einer großen Portion Sonnenschein wurden wir nach dem Aufstehen begrüßt. Und das war auch ganz gut so, denn wir hatten uns einen Spaziergang an der Küste vorgenommen. Und wollten endlich auch auf den Sydney Tower rauf.

Wie man das in Newtown so macht, sind wir erstmal zu einem gemütlichen Frühstück in einem der hippen Läden auf der King Street eingekehrt. Um uns zu stärken für ein bevorstehendes Abenteuer: Bus fahren. Wer Bahn fahren in Sydney schon für schwierig hält, der sollte mal Bus fahren. Wir wussten, wir müssen mit der Linie 370 nach Coogee. Und dass wir angekommen sind, wenn wir das Meer sehen.

Als wir die richtige Bushaltestelle gefunden hatten, fuhr uns der Bus natürlich direkt vor der Nase weg. 15 Minuten später und nach einem kleinen Wink, damit der Fahrer auch wirklich hält, saßen wir dann im klimatisierten Bus. Und haben gleich festgestellt, dass es schwierig geworden wäre, wenn wir die Info mit dem „Meer sehen“ nicht gehabt hätten. Die jeweils nächste Haltestelle wird nämlich weder optisch, noch akustisch angekündigt. Auch ein Blick durchs Fenster half nicht wirklich weiter, weil die Namen der meisten Stationen nicht erkennbar waren.

So aber sind wir ziemlich entspannt am Ziel angekommen. Es war halt auch die Endstation. Cogee ist ein Stadtteil von Sydney und liegt direkt am Meer. Von dort kann man über den sogenannten Coastal Walk bis rauf zum berühmten Bondi Beach spazieren. Klingt jetzt erstmal relativ normal, spannend wird die Geschichte durch die ziemlich spektakuläre Landschaft. Mir war das vorher gar nicht so bewusst, aber Sydney glänzt mit einer ziemlich abgefahrenen Küste. Mit Klippen, schroffen Felsen und kleinen Buchten.

Immer an der Küste entlang führte der Weg Richtung Norden. Hätten wir gewusst, dass die Sonne noch einmal so zurückkommt, hätten wir die Badesachen eingepackt. Wir sind ganz schön ins Schwitzen gekommen. Anja hat es mal wieder irgendwie geschafft, sich einen Schnupfen einzufangen und war dementsprechend leicht angeschlagen. Zur Stärkung gab es unterwegs in einer kleinen Bar einen frisch gepressten „Happy Healer“ Fruchtsaft. Der sah furchterregend dunkelgrün aus und schmeckte wohl auch so. Geholfen hat das Ding auch nicht.

Der Weg war wirklich schön. Unbedingt empfehlenswert. Man kommt an kleinen Buchten vorbei, hat immer wieder tolle Aussichten und das Meer immer Blick. Bondi Beach hingegen fanden wir beide jetzt nicht so sonderlich spektakulär. Es ist halt ein großer Sandstrand und in der Brandung dümpeln Surfer. That´s it. Wie wir später hörten, sind die meisten Besucher und Surfer dort dann auch mittlerweile Touristen. Die echten Australier halten Abstand und suchen sich andere Surf-Spots.

Unser zweiter Programmpunkt für den heutigen Tag sollte der Besuch des Sydney Towers werden. Das Wetter war super, der Himmel blau, das dürfte eine schöne Aussicht geben. Nichts wie hin also. Allerdings mussten wir dafür zurück nach Downtown Sydney. Und von Bondi Beach fahren nur Busse. Auf ins Abenteuer. Es stellte sich heraus, dass es einen „Schnellbus“ in die City gibt. Als dieser an der Haltestelle hielt, haben wir erst gezögert, weil wir noch überlegt haben, einen anderen Bus zu nehmen und in die Bahn umzusteigen. Nachdem dann aber ALLE anderen Wartenden eingestiegen sind, haben wir das auch getan.

Der vermeintliche Schnellbus entpuppte sich allerdings als ziemlich lahme Ente, die an jeder Milchkanne gehalten hat. Also hat Anja mit Hilfe der Offline-Karte auf ihrem Handy ausgekundschaftet, ob, wie und wo wir doch noch in die Bahn umsteigen könnten. Und das hat bei „Bondi Junction“ sehr gut funktioniert, so dass wir flott wieder in der City waren. An der dortigen Haltestelle haben wir sogar auf Anhieb den richtigen Ausgang gefunden, der uns flott zum Sydney Tower geführt hat. In Deutschland würde man vermutlich einfach „Fernsehturm“ sagen.

Wenn man da hoch will, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Es gibt eine Aussichtsplattform, ein Restaurant und es gibt eine Bar. Natürlich ist das alles kostenpflichtig. Aber wir hatten einen Pro-Tipp: Wenn man die Bar besucht, zahlt man keinen Eintritt und hat dort stattdessen 20 Dollar Mindestverzehr. Die wiederum hat man mit zwei Cocktails schnell raus.

Der Weg zur Bar führt erstmal zu einem Check-In-Counter. Von dort werden per Funk „Two people for the bar“ angemeldet. Und bevor man in den Aufzug darf, muss man noch durch einen Metalldetektor. Warum das so ist, konnten wir nicht ergründen. Da man oben angekommen aber auch direkt vom Personal in Empfang genommen wird, nehmen wir mal an, das gehört zur Experience. Eigentlich ist das ganze Bohei aber gar nicht nötig, denn die Aussicht ist großartig. Und durch die 360°-Rotation der Bar kann man einfach gemütlich sitzen bleiben, seinen Cocktail schlürfen und auf ganz Sydney schauen.

Ewig konnten wir allerdings nicht bleiben, denn für den Abend hatte Saskia noch eine Aktivität geplant. Es ging in einen Escape-Room. Anja musste hier leider passen, der Schnupfen entwickelte sich zur Erkältung und hat sie niedergestreckt. Und bevor es richtig schlimm wurde, hat sie einen ruhigen Abend auf dem Sofa eingelegt. Zusammen mit Saskias Mitbewohner Steward, dessen Freund Marek und zwei Arbeitskollegen von Saskia habe ich mich dann ins Abenteuer Escape Room gestürzt.

Weil es Nachfragen gab, hier die Auflösung. Ein Escape Room ist im Prinzip nichts anderes als ein Rätselspiel. Man wird als Gruppe in einem vorbereiteten Raum „eingesperrt“ und muss dann im Raum Hinweise finden und Rätsel lösen. Ziel ist es, in einer vorgegebenen Zeit – durch das Lösen der Rätsel – den Zimmerschlüssel zu finden und den Raum zu verlassen. Als Geocacher ist man hier klar im Vorteil. Ich hatte allerdings ein paar Probleme mit der Sprache. War ja alles auf Englisch. Im Team waren wir aber sehr erfolgreich und haben den Schlüssel 6 Minuten vor Ablauf der Zeit gefunden. Weil wir per Unterschrift bestätigen mussten, nicht zu spoilern (=die Lösung nicht zu verraten), kann ich hier nur sagen: Es hat großen Spaß gemacht.

Zum Abschluss des Abends ging es dann noch auf einen Absacker in den Pub. Diesmal war Live-Musik angesagt und zwei Bands haben gespielt. Band 1 war…interessant. Und sehr laut. Und irgendwie ein bisschen merkwürdig. Saskia meinte, der grölende Sänger hätte sicherlich irgendeine Message zu vermitteln. Im Lärm von Gitarre, Schlagzeug und Brüll-Gesang ist die Botschaft allerdings nicht bei mir angekommen. Dafür hat der Schlagzeuger mächtig Eindruck hinterlassen. Stellt Euch eine Mischung aus Ozzy Osbourne und dem Undertaker vor, der wie in Trance wild aufs Schlagzeug einschlägt.

Die zweite Band war dann schon etwas angenehmer. Trotzdem habe ich mich relativ früh verabschiedet. Schließlich mussten wir noch unsere Sachen zusammensuchen und die Taschen packen. Denn am nächsten Morgen geht es ganz früh zum Flughafen und dann weiter nach Melbourne. Martin und eine der lebenswertesten Städte der Welt warten auf uns. Wir sind gespannt.

Original-Beitrag vom 10.11.2016 mit Bildern:
http://www.pal.koeln/pal-down-under/summer-in-the-city/

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