Living the Life

16.-17.11.2016
Die Zeit der geführten Touren, des frühen Aufstehens, des irgendwann zu einer bestimmten Zeit pünktlich irgendwo sein müssens ist vorbei. Wir leben jetzt in unserem eigenen Rythmus einfach in den Tag hinein. Das ist herrlich entspannt, kann aber auch mehr oder weniger sportliche Elemente beinhalten.

Für den Mittwoch haben wir uns eine kleine Fahrradtour an der Küste vorgenommen. Wir hatten zwar natürlich keine Räder dabei, überall in der Stadt verteilt gibt es aber Stationen, an denen man sich welche ausleihen kann. Das wird offiziell von der Stadtverwaltung unterstützt und ist dementsprechend günstig. Einzige Bedingung: Man braucht einen Fahrradhelm. Denn in Australien gilt Helmpflicht. Zuwiderhandlungen werden sofort mit einer Geldstrafe von mehreren hundert Dollar geahndet.

Wenn man Glück hat, gibt es an den Ausleihstationen auch jeweils einen Helm zum Rad. Hat man Pech, nicht. Wir hatten mittelmäßig Glück und haben einen Helm vorgefunden. Also auf zum nächsten 7Eleven, wo die Dinger kostengünstig für 5 Dollar verkauft werden. Leider hatte der zu Fuß erreichbare Laden gerade keine Helme mehr vorrätig, was dazu führte, dass ich mit Rad und dem vorhandenen Helm zum nächsten Laden gefahren bin. Warum einfach, wenn es auch kompliziert geht? Es ist meistens so, dass uns die komplizierte Variante „passiert“.

Als dann endlich alle gesetzlich vorgeschriebenen Sicherheitsstandards erfüllt waren, haben wir uns auf die Räder geschwungen und sind Richtung Süden geeiert. Dass die Fahrräder hier kostengünstig vermietet werden, merkt man ihnen an. So richtig lange Touren würde ich damit nicht machen. Martin hatte uns von kleinen bunten Häuschen erzählt. Und dazu geraten, dass wir nur bis dort hin fahren sollten.

Vermutlich weil wir unterwegs noch den ein oder anderen Geocache gesucht haben, sind wir volle Kanne an den Häuschen vorbei gefahren. Und haben uns dann irgendwann gewundert, wie weit das wohl noch sein soll. Bis wir entschieden, dass es uns zu weit ist und Martins Triathlon-Fahrrad-Distanzen nichts für die wackligen Leihräder sind. Auf dem Rückweg haben wir dann unseren Irrtum bemerkt. Die kleinen bunten Häuschen gibt es doch! Sie stehen ganz putzig am Strand herum und sind vom Radweg sogar ausgeschildert. Wer gucken kann ist klar im Vorteil!

Als wir wieder zurück in St.Kilda waren und die Räder abgestellt hatten, kam auch schon Martin um die Ecke. Wir sind dann in seine liebste Strandbar eingekehrt, wo man wirklich sehr gemütlich sitzen, ein Bier trinken und aufs Meer gucken kann. Umso schöner, wenn man dabei den Sonnenuntergang beobachten kann. Weitere Pluspunkte auf der „lebenswerteste Stadt der Welt-Skala“.

Auch den nächsten Tag haben wir sehr entspannt begonnen. Wir haben noch überlegt, ob wir unseren letzten Tag dazu nutzen möchten, richtiges Programm zu machen, aber irgendwie waren wir beide müde im Kopf. Wir haben in den letzten Wochen so viel gesehen und erlebt, dass der Speicher voll war. Nach dem Beauty-Overload von Fraser Island sind wir mittlerweile wohl in einen Experience-Overload verfallen. Und deshalb sollte es ein ganz entspannter Tag am Meer werden.

Am St.Kilda-Pier gibt es eine kleine Bar. Man kann auf der Terrasse sitzen und über einen kleinen Jachthafen auf die Skyline von Melbourne schauen. Sich dabei die Sonne ins Gesicht scheinen lassen und ein bis zwölf Bierchen trinken. Das war sehr angenehm und herrlich entspannt.

Geht man weiter auf dem Pier fallen erstmal große „Hunde, Blitzlicht und überhaupt“-Verbots-Schilder auf. In den Felssteinen, die den Jachthafen von der Bucht trennen, hat sich eine kleine Pinguinkolonie angesiedelt. Die putzigen Kerlchen kommen zwar eigentlich nur in der Dämmerung raus, wir haben aber ein paar zwischen den Steinen beobachten können.

Wer den Blog aufmerksam verfolgt hat, wird vielleicht festgestellt haben, dass wir bisher kein einziges Mal im Meer schwimmen waren. Das kann ja eigentlich auch nicht sein, also ab an den Strand. Da ist uns schon direkt aufgefallen, dass zwar sehr viele Leute am Strand waren, die meisten aber nur bis zu den Knien ins Wasser sind. Nicht etwa, weil im tieferen Gewässer Gefahr (Haie, Krokodile, Quallen, Strömungen, usw.) lauern. Das Wasser war einfach noch arschkalt. Es hat mich ganz schön Überwindung gekostet, aber irgendwann war ich vollständig unter Wasser und habe ein paar Schwimmzüge unternommen.

Nach einer kurzen Aufwärmphase in der Sonne sind wir dann weiter am Strand entlang Richtung Norden spaziert. Es gab noch einen Geocache für uns. Und wie sich herausstellte eine sehr nette Strandbar. Da haben wir uns noch ein kühles Getränk gegönnt, bevor wir wieder den Heimweg angetreten haben.

Zum Abendessen sind wir nochmal nach Downtown gefahren, haben Martin getroffen und uns in einen stylischen Biergarten am Fluß niedergelassen. Bei leckerem Essen (probiert mal den kalten Linsensalat mit Lammfleisch!) und ein paar Pints reift dann die traurige Erkenntnis: Morgen müssen wir wieder nach Hause fliegen. Wie schade.

Ein Gedanke zu “Living the Life

  1. Großartig!
    Ihr habt alles, was nur geht, aus diesem Urlaub rausgeholt, angesehen und erlebt!
    Mehr geht fast nicht.
    Danke, dass wir teilhaben durften!!!
    Es war auch als Leser eine traumhafte Reise.

    Gefällt mir

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