Melbourne

14.-15.11.2016
Ich muss diesen Beitrag mit einer Korrektur beginnen. Denn ich wurde ermahnt. Melbourne ist nicht „eine der“ lebenswertesten Städte, sondern DIE lebenswerteste Stadt der Welt. Warum das so ist, werden wir herausfinden. Und mein Geburtstag steht auch vor der Tür. Welcome to Melbourne!

Den Jetlag und unsere Anpassung an australische Aufstehzeiten haben wir mittlerweile abgelegt. Und sind mehr als ausgeschlafen in den Tag gestartet. Martin war längst zur Arbeit verschwunden, als wir uns ein kleines Frühstück gebastelt haben. Ich habe für mich ja die Cerealien wieder entdeckt. Anja wiederum hat aus Toast, Avocado, Babyspinat und Tomaten etwas auf den Teller gezaubert, das jeden Food-Blogger in den Schatten stellen würde.

Derart gestärkt ging es an die erste Tagesaufgabe: Wohnungsschlüssel nachmachen. Martin hat nur einen Schlüssel, also wurde es mit der Koordination etwas schwierig. Vor allem, weil weder Anja noch ich unsere Handys ins australische Netz transferiert haben. Über die öffentliche W-Lan-Abdeckung hatte ich mich ja bereits ausgelassen.

Mit frischen Schlüsseln in der Hand sind wir dann zum Shopping aufgebrochen. Anja kauft traditionell in jedem Urlaub ein paar Schuhe. In letzter Zeit gerne von Adidas. Und so sind wir durch die Schuhgeschäfte der Stadt gezogen und haben gesucht. Also…Anja hat gesucht. Ich bin mehr so willenlos hinterhergetrottet. Aber selbst im offiziellen Adidas-Store wurden wir nicht richtig fündig. Zum Glück gab es noch einen Joker: Ein Outlet-Center.

Unser Fortbewegungsmittel in Melbourne heißt Straßenbahn. Und ähnlich wie in Sydney braucht man dafür eine Chip-Karte, die man mit Guthaben belädt und dann beim Einsteigen (und zwar nur dann) einscannt. Der große Vorteil hier: Man kann einen Week-Pass kaufen. Das haben wir gemacht und hatten fortan unsere Ruhe. Was eine einzelne Fahrt kostet: keinen blassen Schimmer. Auch das Bahnnetz in Melbourne ist nicht ohne, aber irgendwie sind wir besser klargekommen als in Sydney.

Mit der Bahn sind wir also in die Brunswick-Street gefahren. Es gibt dort einen Haufen abgefahrener Hipster-Läden, Boutiquen, Shops, Pubs und weiß der Teufel noch alles. Und es soll dort irgendwo das besagte Adidas-Outlet-Center geben. Bloß: Wir haben es nicht gefunden. Martin hatte es zwar in der Karte markiert – wie sich später herausstellte allerdings an der falschen Stelle. Vielleicht versuchen wir das ein anderes Mal.

Wir sind dann noch ein bisschen durch Downtown gebummelt. Ähnlich wie in Sydney ist auch hier der Weihnachtsrummel ausgebrochen. Und in der großen Fußgängerzone laden die Geschäfte zum Christmas Shopping ein. Wir waren aber eher auf der Suche nach kleinen Mitbringseln – und Schuhen – und sind nicht wirklich fündig geworden. Auch in den vielen Souvenirshops wird überwiegend Tand verkauft, wir schauen uns weiter um.

Jetzt war Sightseeing angesagt, also sind wir zum Yarra River gefahren und ein bisschen am Ufer entlang spaziert. Das war sehr schön und entspannt. Und gleichzeitig war für Unterhaltung gesorgt. Auf dem Fluss haben mehrere Ruder-Vereine ihr Training abgehalten. Während die Schüler im Boot sitzen und rudern, fährt der Trainer auf dem Fahrrad am Ufer entlang und brüllt unverständliche Kommandos durchs Megafon.

Am Fluß entlang sind wir zum Eureka-Tower spaziert. Das ist das höchste Gebäude von Melbourne und bietet – laut Eigenwerbung – die höchste Aussichtsplattform der südlichen Hemisphäre. Nichts wie hoch! Mit einem superschnellen Aufzug waren die 88 Stockwerke in weniger als einer Minute erledigt. Gerade lese ich, dass es der schnellste Aufzug der südlichen Hemisphäre sein soll.

Die Aussichtsetage liegt auf gut 285 Metern Höhe und bietet einen 360°-Blick über Melbourne, die Bucht und das nahe Umland. Von hier oben hat man den perfekten Überblick über die Stadt. Leider gab es – anders als in Sydney – keine Coktails. Dafür aber freies W-Lan, dass wir genutzt haben, um uns mit Martin zu verabreden. Der hatte
mittlerweile Feierabend und wir haben ihn am Federation Square getroffen, um ein bisschen in meinen Geburtstag reinzufeiern.

Bei einem riesigen Burger und ein paar Cocktails in einer seiner Lieblingsbars wurde langsam klar, warum in Melbourne so gut gelebt werden kann. Wenn man weiß, wo man hingehen muss, ist es einfach wunderbar entspannt, kulinarisch top und fühlt sich immer wie Urlaub an. Kurz vor Mitternacht mussten wir die Location wechseln und so erreichten mich die ersten Glückwünsche aus Deutschland in einem Pub, dessen Namen ich in der Zwischenzeit vergessen habe.

Martin hat uns ein paar Sachen aufgeschrieben, die wir in Melbourne machen könnten. Mein Geburtstag startete mit dem Programmpunkt „Breakfast- long & fancy“. Im Fitzrovian habe ich meinen vorläufigen Frühstücks-Endgegner getroffen. Ein Burger vollgestopft mit Schinken, einer Art Krakauer-Wurst und jeder Menge Bacon. Dazu ein
pochiertes Ei und ein leichter Feta-Avocado-Smash. Ich glaube das war das erst Mal, dass ich Bacon auf dem Teller zurückgelassen habe. Anja hat derweil mit einem großen Stapel leckerer Pancakes gekämpft. Wir waren für Stunden gesättigt und haben erst Abends wieder richtig gegessen.

Derart gestärkt sind wir dann wieder auf Shoppingtour gegangen und haben das Adidas-Outlet diesmal sogar gefunden. Leider wurden wir bitter enttäuscht, keine schönen Schuhe für Anja und ich habe auch nichts passendes bekommen. Das änderte sich schlagartig zwei Häuser weiter im Converse-Outlet. Wir haben jetzt beide ein paar neue Schuhe und durch irgendeine merkwürdige Rabatt-Aktion gab´s für Anja sogar noch einen Pullover gratis dazu.

Unseren Shoppingtrip haben wir Downtown fortgesetzt und diesmal sogar ein paar ganz brauchbare Souvenirs erstanden. Hier der Pro-Tipp für die Fortbewegung in Menschen-Massen: Wie sich herausstellte, funktionieren Tüten mit Schuhkartons ganz prima als Schutzschild, wenn man Zusammenstöße mit aufs Handy starrenden Asiaten vermeiden möchte. Kann ich nur empfehlen.

Am frühen Abend haben wir uns dann wieder mit Martin getroffen und etwas typisch melbourniges gemacht. Wir haben einen Streetfood-Markt besucht. Der Noodle-Markt am Yarra-River bot allerlei Nudel-Gerichte und leckeres vom Grill, alles leicht asiatisch angehaucht. Für uns gab es außerdem Pimm´s und Bier. So lässt sich prima leben. Wieder ein Punkt auf der „lebenswerteste-Stadt-der-Welt-Skala“.

Für einen (naja…vielleicht waren es auch drei bis vier) Absacker sind wir dann wieder am Fluß entlang zum Spiel-Casino spaziert. Mit Blick auf die beleuchtete Skyline von Melbourne. Hatte ich erwähnt, dass es hier sehr hübsch ist? Vom Balkon der Casino-Bar haben wir dann das letzte Highlight des Tages beobachtet. Eine abgefahrene Feuer-Show, die zu jeden vollen Stunde abgefackelt wird. Geburtstag in Melbourne? Kann man definitiv mal machen 😉

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